Foto: Dreiländergiro Nauders / Fabian SchirgiRund 3.000 Rennradbegeisterte aus über 40 Nationen machten den Dreiländergiro 2026 erneut zu einem der größten Radmarathons im Alpenraum. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartete ein unvergesslicher Tag mit beeindruckenden Alpenpässen, sportlichen Höchstleistungen und einer einzigartigen Atmosphäre entlang der gesamten Strecke.
Für das Organisationsteam stellte der diesjährige Dreiländergiro jedoch eine besondere Herausforderung dar. Bereits in den frühen Morgenstunden sorgten sommerliche Temperaturen für erhöhte Belastungen auf den ersten Kilometern. Dank eines umfassenden Sicherheits- und Versorgungskonzepts konnten die Teilnehmer entlang der Strecke regelmäßig Wasser aufnehmen und sich an mehreren Abkühlungsstationen erfrischen. Drei Feuerwehren unterstützten die Veranstaltung mit Wassernebel und sorgten gemeinsam mit dem Streckenpersonal dafür, dass die Hitze für die Sportlerinnen und Sportler möglichst erträglich blieb.
Am höchsten Punkt der Strecke, dem Stilfser Joch auf 2.757 Metern Seehöhe, herrschten mit 13 Grad Celsius hingegen ideale Bedingungen. Die angenehmen Temperaturen machten den legendären Anstieg für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem besonderen Erlebnis.
Als sich im Laufe des Nachmittags über dem Engadin eine kräftige Gewitterfront entwickelte, zeigte sich einmal mehr die Bedeutung einer professionellen Einsatzplanung. In enger Abstimmung mit den Wetterdiensten, der Rennleitung und den Einsatzorganisationen wurde frühzeitig entschieden, die letzten Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorsorglich auf die kürzere Vinschgau-Strecke umzuleiten. Rund 300 Sportlerinnen und Sportler erreichten dadurch sicher und trocken das Ziel in Nauders.
Am Ende eines langen Veranstaltungstages standen deshalb nicht nur starke sportliche Leistungen im Mittelpunkt, sondern vor allem 3.000 glückliche Gesichter im Ziel.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten erneut zwischen zwei eindrucksvollen Strecken wählen: dem Stelvio Engadin mit 168 Kilometern und 3.600 Höhenmetern sowie dem Stelvio Vinschgau über 120 Kilometer und 3.000 Höhenmeter. Beide Routen führten über einige der schönsten Alpenstraßen Europas und verlangten den Sportlerinnen und Sportlern alles ab.
Foto: Dreiländergiro Nauders / Fabian Schirgi
Foto: Dreiländergiro Nauders / Fabian Schirgi
Die Schnellsten 2026
Auf der Langstrecke Stelvio Engadin setzte sich bei den Herren Manuel Popp (GER, Radteam Impuls e.V.) mit einer Nettozeit von 4:53:27 Stunden durch. Platz zwei belegte Frederic Glorieux (BEL), Rang drei ging an Miguel Brugger (AUT).
Bei den Damen feierte Julia Schallau (GER, BikesnBoards) in 5:27:33 Stunden einen souveränen Tagessieg. Dahinter platzierten sich Eva Schien (GER) und Henriette Beil (GER).
Auf der Strecke Stelvio Vinschgau gewann Leander Ihle (GER, well:fair cycling team) mit einer starken Nettozeit von 3:32:27 Stunden vor Michael Fankhauser (AUT) und Lorenz Mitterhuber (AUT).
Bei den Damen sicherte sich Melanie Geiger (AUT, LeXXi Racing) in 4:04:52 Stunden den Sieg. Das Podium komplettierten Janine Vierthaler (AUT) und Kathrin Neumann (AUT).
Auch der Parasport war wieder Teil des Dreiländergiros. Johanna Recktenwald und Florian Baumann erreichten erfolgreich auf dem Tandem das Ziel. Ebenso meisterte Philipp Jud den Radmarathon mit dem Handbike und setzte damit ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion im Radsport.
Sicherheit hatte oberste Priorität
Der diesjährige Dreiländergiro zeigte eindrucksvoll, wie wichtig eine professionelle Vorbereitung und schnelle Entscheidungen bei einer internationalen Großveranstaltung sind.
Während am Vormittag vor allem die sommerlichen Temperaturen im Mittelpunkt standen, verlagerte sich der Fokus am Nachmittag auf die Wetterentwicklung. Die Einsatzleitung beobachtete die Situation laufend und stand in ständigem Austausch mit den Wetterdiensten, den Behörden sowie den Einsatzorganisationen in Österreich, Italien und der Schweiz.
Als sich eine kräftige Gewitterfront im Engadin abzeichnete, wurde rechtzeitig reagiert. Gemeinsam mit der Rennleitung fiel die Entscheidung, die letzten rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Vinschgau-Strecke nach Nauders umzuleiten.
Die Maßnahme konnte innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden und sorgte dafür, dass sämtliche Sportlerinnen und Sportler sicher das Ziel erreichten.
„Für uns als Veranstalter war dieser Tag eine enorme Herausforderung. Vom ersten Startschuss bis zur letzten Zieleinfahrt mussten wir die Wetterentwicklung permanent
beobachten und Entscheidungen laufend neu bewerten. Umso mehr freut es uns, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sicher ins Ziel gekommen sind. Mein besonderer Dank gilt unseren Einsatzorganisationen, den Feuerwehren, den Behörden, unseren Partnern und vor allem den über 500 freiwilligen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Einsatz einen wesentlichen Beitrag zu dieser gelungenen Veranstaltung geleistet haben“, sagt das OK-Team
Foto: Dreiländergiro Nauders / Fabian Schirgi
Foto: Dreiländergiro Nauders / Fabian Schirgi
Ein starkes Team im Hintergrund
Ein Radmarathon dieser Größenordnung ist nur durch das Zusammenspiel vieler engagierter Menschen möglich. Mehr als 500 freiwillige Helferinnen und Helfer, zahlreiche
Streckenposten, Motorradbegleitungen, Mechanikerteams, Feuerwehren, Rettungsdienste, Polizei sowie unzählige weitere Unterstützerinnen und Unterstützer sorgten den gesamten Veranstaltungstag über für einen sicheren und reibungslosen Ablauf.
Besonders hervorzuheben ist erneut die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Österreich, Italien und der Schweiz. Gerade die diesjährige Wetterlage zeigte eindrucksvoll, wie wichtig kurze Kommunikationswege, gegenseitiges Vertrauen und eingespielte Abläufe über Ländergrenzen hinweg sind.
Ein Fest für den Radsport
Neben den sportlichen Höchstleistungen stand auch heuer wieder die besondere Atmosphäre im Mittelpunkt. Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer entlang der Strecke, die Festwiese in Nauders als Treffpunkt der internationalen Rennrad-Community und unzählige emotionale Zieleinfahrten machten den Dreiländergiro erneut zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Ob ambitionierte Athletinnen und Athleten, Hobbyradsportlerinnen und Hobbyradsportler oder Erstteilnehmer – sie alle teilen dieselbe Leidenschaft für das Rennradfahren und machen den besonderen Charakter des Dreiländergiros aus.
Nachhaltig und international
Als zertifiziertes Green Event Tirol setzt der Dreiländergiro weiterhin konsequent auf nachhaltige Veranstaltungsstandards. Regionale Partner, kurze Transportwege,
ressourcenschonende Maßnahmen und ein verantwortungsvoller Umgang mit der einzigartigen Alpenlandschaft sind seit Jahren fester Bestandteil der Veranstaltung und unterstreichen den Anspruch, Spitzensport und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden.
Ausblick
Nach einem erfolgreichen Radmarathon-Tag richtet sich der Blick bereits nach vorne: Der nächste Dreiländergiro findet am 27. Juni 2027 statt. Die Anmeldung startet traditionell im Herbst.
Alle Informationen gibt es unter www.dreilaendergiro.at.